Samstag, 18. November 2017

Kesten und Heinrich Mann: Gleichgesinnte


Von New York aus organisierte Kesten, tatkräftig
unterstützt von seiner Frau Toni die Flucht
zahlreicher Exilautoren, Musiker, Maler und
Wissenschaftler. Bild: Nimbus Verlag aus der
Kesten-Biographie von Albert M. Debrunner.
Den Ort, an dem Hermann Kesten im Januar 1900 zur Welt kam, werde ich mir nie merken können. Also nur für Sie: Als er noch zu Galizien gehörte, hieß er Podwoloczyska, heute, zur Ukraine gehörig, heißt er Pidvolochysk. So wichtig ist es aber auch nicht, denn Kesten selbst hätte sich immer eher als Berliner, Pariser, Römer oder sogar New Yorker gesehen. Nach dem Tod des Vaters, der einer Verwundung gegen Ende des Ersten Weltkriegs erlag, studierte Kesten Juristerei und Ökonomie, was er ebensowenig abschloß, wie die späteren Studien der Philosophie und Geschichte und auch die Dissertation über Heinrich Mann, in die er anfangs soviel Zeit und Willen gesteckt hatte, blieb unvollendet.
Immer wieder kreuzten sich die Wege von Kesten und Heinrich Mann, aber auch die mit vielen anderen späteren Exilanten. In München arbeitete er gemeinsam an dem Theaterstück „Bourgeois bleibt Bourgeois“, das Ernst Toller und Walter Hasenclever nach Manns „Bourgeois Gentilhomme“ geschrieben hatten. Die Texte der Chansons stammten von Kesten, die Musik von Friedrich Holländer.

Toller (li) und Hasenclever. Bild: Uni Düsseldorf
Später bemühte sich Kesten um Manuskripte von Mann, aber der, sehr arriviert schon, kam nicht einmal mehr selbst zur anberaumten Besprechung. Er schickte einen
„Herrn Dunin, der wie ein armenischer Waffenhändler oder wie ein Gastwirt aus Marseille aussah und davon lebte, daß er als der literarische Agent von Heinrich Mann auftrat“.
Die letzte Begegnung vor dem Wiedersehen in Südfrankreich fand Anfang 1933 unter konspirativen Umständen in Berlin statt -
„eine makaber komische Zusammenkunft“
nannte Kesten das Treffen, an dem neben Mann auch Johannes R. Becher, Leonhard Frank und Ernst Gläser teilnahmen. Brecht war auch da, gab sich kämpferisch, wollte Aufrufe und Theaterstücke gegen Hitler verfassen. Die kommunistische Partei, die Rote Hilfe oder die Gewerkschaft müsse ihm allerdings eine Leibwache stellen,
„vier oder fünf faustfeste, schußbereite“
Kerle. Drei Tage später waren die ersten aus der Runde im Exil.

Als Kesten, während er sich in Nizza aufhielt, die Nachricht vom Einmarsch der deutschen Truppen in der Tschechoslowakei erfuhr, schrieb er einem Freund:
"Manchmal meine ich, man sollte nicht mehr schreiben, sondern schreien oder sich völlig in die verzauberte Stille abgelegener Zeiten flüchten. Es ist ein Spott und ein Jammer, dass unser Leben von den dümmsten und brutalsten Bestien unserer Epoche ausgefüllt und geformt wird. Wir führen das Leben von Bettlern und haben die Sorgen von Ministern und Feldmarschällen. Was für ein dummer Scherz!"

Samstag, 11. November 2017

Sanary: Für das FBI so eine Art Kiautschou

Als Ludwig Marcuse (Bild: Monacensia) in den Vereinigten Staaten eingebürgert werden sollte, wurde er, wie andere auch, von den US-Diensten ausgefragt:
„Please tell us something about the German colony Sanary.“
Den Amerikanern mußte Sanary so etwas sein wie Togo oder Deutsch- Ostafrika oder das chinesische Pachtgebiet Kiautschou, Kolonialgebiet jedenfalls. Es kostete Marcuse einiges an historischer Nachhilfearbeit und Überzeugungskraft,
„für die freundlich-neugierigen Investigatoren klarzustellen, daß wir Deutsche selbst in Hitlers bester Zeit Sanary nicht zu jener ‚Kolonie‘ des Vaterlands gemacht hatten“.  
Auf der Briefmarke zum 100sten Geburtstag
fehlte der "Geheimreport"
Wesentlich detaillierter hatte sich Carl Zuckmayer für die Amerikaner ans Werk gemacht. Sein "Geheimreport" verzeichnet rund 150 Portraits von Kulturschaffenden, natürlich Theater- und Filmschauspielern, vielen Journalisten und Literaten bis hin zu Kabarettisten.

Der Autor des „Hauptmann von Köpenick“ erhielt größtes Lob von seinen Auftraggebern:
„Ihre Arbeit ist so gut. Wenn Sie nicht schon berühmt wären, könnten Sie es damit werden“,
schrieb ihm Emmy Rado, seine Führungsoffizierin vom Office of Strategic Services. Und ähnlich bewerteten es fast sechzig Jahre später auch die deutschsprachigen Feuilletons. Dabei hatte Zuckmayer in Einzelfällen einen ziemlichen Spagat unternehmen müssen, schrieb auch über Kollegen, die er viel zu wenig kannte und bewegte sich, mit dem Versuch allen gerecht zu werden, trotzdem entlang der Grenze zur Denunziation. Da mußte er seine ehemaligen Kollegen klassifizieren und schuf die Widerstrebend-Zuverlässigen, die Nutznießer, den verhuschten Selbstsüchtigen, den geldgierigen, bekennenden Feigling und zu allerletzt „die Kreaturen“, wie er die „Nazipublizisten“ verachtungsvoll bezeichnete. Filmleute in erster Linie - wie Hans Albers, Gustaf Gründgens, Heinz Rühmann, Theo Lingen -, aber auch Autoren wie Benn, Ernst Jünger, Kästner oder Edschmid. Hilfreich kommentiert ist das Buch erst 2002 in Deutschland erschienen.

Samstag, 4. November 2017

Racine: Ein Leben ohne Butter ist nicht vorstellbar

Als Racine in Uzes lebte, begann er mit seiner Schwester Marie, mit Nicolas Vitart, dem Abbé Le Vasseur und La Fontaine eine lebhafte Korrespondenz, die bis August 1662 andauert. Alles andere als
In Uzes noch unbekannt und dünn,
zehn Jahre später erfolgreich
mit Doppelkinn
theologische Themen stehen im Mittelpunkt. Daß er den Dialekt des Südens nur schwer verstehe, erfahren wir, daß das gute Leben auf dem Lande auch das Dichten erschwere und daß die Auswahl der Restaurants schon damals beträchtlich gewesen sein muß:

„Uzès, Stadt der guten Küchen, wo zwanzig Speisewirte zu leben fänden, aber ein einziger Buchhändler verhungern müßte.“
Dieses Zitat, das immer wieder Racine zugeschrieben wird, stammte tatsächlich von einem namentlich unbekannten Reisenden, der es in einem Restaurant auf die Tischdecke schrieb. Das jedenfalls haben die Recherchen des in Uzès geborenen Lokaljournalisten Jacques Roux ergeben.
 
Der ehemalige Basketballnationalspieler war war jahrelang für "L’Equipe" tätig, bevor er sich zur Mitarbeit an Regionalzeitungen wie „La Provence“ und „Midi Libre“ entschloß. Wenn Sie einmal jemanden brauchen, der aber auch wirklich alles und jeden kennt und immer noch eine Anekdote dazu, dann rufen Sie ihn einfach an und wenn Sie eine gute Geschichte haben, erst recht (09.77.93.27.01).

Ausführlich berichtet Racine auch, wie er sich hat überreden lassen eine Olive vom Baum zu probieren und dann über diesen gallebitteren Geschmack schimpfte, den er 
Paradiesisches Öl


„noch vier Stunden später in meinem Mund hatte“.
Daraufhin konnte er sich auch nicht mehr vorstellen, daß mit Olivenöl gekocht werde könne; aber die Köchin des Onkel weigerte sich, für ihn ein Ratatouille mit Butter zuzubereiten. Aber schon wenig später hatte er mit den Olivenbäumen Freundschaft geschlossen:
„Im Gard gibt es die besten Oliven der Welt“.
Und hätte, wenn es das Olivenöl von Roger Paradis schon damals gegeben hätten, sicher an genau dieses gedacht, das heute auch neben dem Weinkeller von Bourdic verkauft wird.

Vielen Touristen ist Racine zunächst nur in Verbindung mit einem Wein aus der Kooperative 
Les Collines du Bourdic ein Begriff. Die Cuvée Racine gibt es inzwischen als Roten, Weißen und Rosé,letzterer ein leichter und fruchtiger Sommerwein aus Syrah und Grenache. 
„Alle Leidenschaften sind hier besonders ausgeprägt oder gar übermäßig“,
wirbt die Kooperative mit einem Zitat aus Racines Briefen und freut sich über einen gut funktionierenden Marketing-Gag, der viele ausländische Besucher in die Räume der Winzergenossenschaft führt und dort zusätzliche Umsätze aus dem Verkauf von Honig, Gänseleber oder bemühten Ölbildern lokaler Maler generiert.



Samstag, 28. Oktober 2017

Sanary: Die "Frauenumgebung" der Exilautoren

Mit besonderer Ehrerbietung oder Höflichkeit wenigstens wurden die Damen in Sanary von den versammelten Dichterfürsten und literarischen Kaisern nicht behandelt. Allenfalls Ironie ließ man ihnen zukommen und Ludwig Marcuse sammelte all das und war damit auch kaum besser als die von ihm unten beschriebene "Auskunftei".

Inzwischen viel lesenswertes Auto- und Biographisches über die "Frauenumgebung"

Sybille von Schoenebeck zum Beispiel, die ihre Vorliebe fürs Britische ständig vor sich hertrug.
„Der Hauptmotor der englischen Gruppe war ein Fräulein von ..., die englisch sprach, als wäre sie auf dem Campus von Oxford geboren, und so highbrow, daß sie sich selbst nur gelegentlich einmal verstand.“
Sie sei ein „großer Snob mit einem guten Herzen“ gewesen und dazu „einer beträchtlichen Portion von Unsicherheit und einer noch größeren Leibesfülle“.

Diese Unsicherheit hinderte sie allerdings nicht daran, in deutschen Flugzeugen lautstark und „mit einer Flut köstlichster englischer Redewendungen“ über die aufgehängten Hakenkreuzfahnen zu schimpfen.

Als Sybille Bedford und Biographin von Aldous Huxley fand sie sich schließlich angemessen britisch. Den neuen Familiennamen hatte ihr nach vielem Drängen Huxley besorgt – in Form eines homosexuellen Engländers in Geldnöten, der die Scheinehe einging und ihr so zur Mrs. Bedford und damit zur britischen Staatsbürgerschaft verhalf.
Vorbild für diese Scheinheirat war die Verheiratung Erika Manns mit dem englischen Dichter Wystan Auden.


Viele andere Damen wurden nicht einmal beim Namen genannt.
„Ich habe zuviele Frauen deutsch-kommunistischer Intellektueller mit eigenen Ohren gehört und die Männer saßen geduckt daneben und die Brandung der Phrasen ging über ihre Köpfe.“
Da könne keiner den Kopf hochhalten, wenn die schrillen Weiblichkeiten modulierten. Einer kam mit einer
„veilchenblauäugigen Dänin“,
ein anderer mit
„der schlanken Tochter irgendeiner Tusnelda“.
Oder das Mädchen,
„deren literarischer Ruhm darin bestand, daß Alfred Kerr ihr in verschollenen Tagen Liebesgedichte geschrieben hatte“,
Marta Feuchtwanger zu Besuch bei Huxley (Bild: Monacensia)und ein Selbstportrait der Karikaturistin
Eva Herrmann (Bild: Exilarchiv) ,die die Ölmalerei einer Allergie wegen aufgeben mußte
der Eva Herrmann, die Freundin des „Fräuleins von...“, deren Beitrag zur deutschen Literatur darin bestand, Karikaturen der Literaten zu zeichnen - das allerdings meisterhaft.
„Sie war sehr rationell und glaubte an Geister.“  

Eva Herrmann lebte mit Sybille Bedford in einem ehemaligen Bauernhof, der „Bastide Juliette“ und wer die beiden besuchen wollte, mußte schon einen langen, steilen Marsch in Kauf nehmen.

René Schickele, der den Weg auf sich genommen hatte, erinnerte sich an Sybilles Stimme „wie eine erkältete Turteltaube“ mit den Bewegungen „eines robusten, wohlerzogenen Gardeoffiziers“. Die stets zögerliche Eva habe sie mit ihren Augen dirigiert,
„Eva, die voller Fragen dasteht und kaum eine davon über die Lippen bringt“.
Und dann gab es noch die
Auskunftei, die geschiedene Frau eines bekannten deutschen Schauspielers.“
Als Beichtmutter konnte sie die Geheimnisse nicht so hüten, wie sie es sicher gewollt habe. „Mit weißen zitternden Lippen gab sie dann eine Portion Geheimnisse her.“ Und eine Minute später, eingeleitet von der rituellen Formel
„Da ich nun schon fast alles erzählt habe ... kam dann erst das Strammste zur Welt.“
 
Aber Ludwig Marcuse schätzte besonders an ihr, daß sie nie boshaft klatschte.

Samstag, 21. Oktober 2017

Ernst Moritz Arndt: Auswirkungen der französischen Revolution in Marseille

Ernst Moritz Arndt,1769 auf Rügen geboren und sein leblang auf der Seite der Freiheit kämpfender Abgeordneter, Hochschullehrer und politischer Schriftsteller, mußte nach dem Sieg Napoleons über Preußen ins Exil nach Schweden flüchten, weil er sich zu aktiv gegen die französische Besetzung engagiert hatte. 

Als Arndt zehn Jahre nach der Revolution im Rahmen einer Bildungsreise Marseille besuchte, war er den Freiheitsgedanken der Revolutionäre noch sehr nah. Und dennoch war er schockiert vom
Rathaus von Marseille: Französische Revolution und
die Zerstörungen der Wehrmacht überstanden
Zustand der Stadt.
Unter den sehenswerten Gebäuden waren lediglich das Rathaus und die Börse der Zerstörungswut entgangen.

„Von anderen öffentlichen Gebäuden und Werken läßt sich nun nichts mehr sagen. Die Kirchen sind entweiht und ihre Zierraten und Kunstwerke verschleppt, ja selbst die Gräber hat man aufgewühlt.“
Schiffe lägen „entmastet und entleert“ da und

„fast an allen Türen und Fensterläden liest man: à vendre und à louer. Wie sollen auch die Menschen bleiben, wenn ihnen alle Mittel zu leben abgeschnitten sind, wenn die Schiffahrt liegt und die Revolutionssense die ersten Häuser niedergemäht hat.“ 

Wer heute sich bewundernd über den Hafen äußere, bekomme nur zu hören:
„Vor der Revolution, oh vor der Revolution, da war Marseille noch etwas. Jetzt sind wir arm und haben über ein Drittel unserer Menschen verloren.“
Ernst Moritz Arndt Bild: Wiki cc
Ihren Namen immerhin hatte die Stadt behalten, obschon sie nach dem Willen der Revolutionsführer nur noch „Stadt ohne Namen“ heißen sollte. Denn Marseille war lange alles andere als revolutionäre Stadt, sie war Hafen- und Handelsstadt und wollte das auch bleiben, so sehr, daß die Stadtoberen sogar englische Truppen gegen die Revolution zu Hilfe riefen. Die allerdings landeten in Toulon und wurden aufgerieben, bevor sie Marseille erreichten.

Wer Arndts Reisebeschreibungen liest, der kann sich kaum vorstellen, daß seine weltanschaulichen Schriften ihn mal als Demokraten ausweisen, mal als antisemitischen Demagogen und mal als deutsch-nationalen Franzosenhasser.
„Wenn ich sage, ich hasse den französischen Leichtsinn, ich verschmähe die französische Zierlichkeit, mir mißfällt die französische Geschwätzigkeit und Flatterhaftigkeit, so spreche ich vielleicht einen Mangel aus, aber einen Mangel, der mir mit meinem ganzen Volke gemein ist.“  
Und das nur wenige Jahre nach einer begeistert beschriebenen Reise durch Frankreich, nach angenehmen Tagen in Marseille, dem „reizenden Erdfleck“, nach „frohen und elyseischen Tagen im Paradies Frankreichs“ und „den feinen Blumenmädchen“ auf dem Markt, die er alle Morgen eine halbes Stündchen beobachtete und sich „königlich dabei ergötzte“.

Samstag, 14. Oktober 2017

Brecht, Feuchtwanger, Mann: Nebensächliches und Nonsinniges

Nicht allen Exilanten in Sanary und den umliegenden Badeorten waren der Alkohol und die immer wieder gleichen Gespräche in kaum einmal wechselnden Besetzungen in den Bars am Hafen genug. Als Bertolt Brecht für ein paar Tage bei Marta und Lion Feuchtwanger wohnte, stand sein Urteil schnell fest:
„Hier am Mittelmeer ist es langweilig. Heinrich Mann imitiert Victor Hugo und träumt von einer zweiten Weimarer Republik.“
Feuchtwanger und Brecht fiel immer wieder etwas ein, um der Langeweile zu entfliehen. Und wenn sie das Kommunistische Manifest in Gedichtform brachten. Solche Fingerübungen schienen Brecht zu liegen. Als er kurz nach der Hochzeit mit Helene Weigel am Strand von Le Lavandou stand, dichtete er nonsinnig:

„Hier standen die alten Mauren
Und schauten aufs Meer hinaus

Und sagten, nun kann’s nicht mehr lange dauern
Und dann ist’s mit uns aus.


Bar de la Marine: Einer der ständigen
Treffpunkte der deutschen Exilautoren
Und damit hatten die Mauren recht,
Denn mit ihnen ist’s jetzt aus

Und da, wo sie standen, steht jetzt der Brecht
Und schaut aufs Meer hinaus.“

Auch wenn man die Tagebücher von Thomas Mann liest, ist nicht alles „zauberergemäß“, wiederholen sich die Nebensächlichkeiten, wie überhaupt die Mückenplage, der Wind, die Wassertemperatur und das Schicksal der Möbel aus der Münchener Villa die beherrschenden Themen seines Sommers in Sanary waren. Für Klaus und Erika Mann dagegen war Sanary der erklärte Treffpunkt der „pariserisch-berlinisch-schwabingerischen Malerwelt“ sowie der angelsächsichen Bohème.

Und erst recht hoch ging es her, wenn dann Jules Pascin, „der Abgott von Montparnasse“ auftauchte, wie üblich „leicht schwankend, die Zigarette zwischen den genusssüchtigen Lippen, den Hut schief über den melancholisch-lasziven Augen, umgeben von ein paar Damen, die auch nicht mehr nüchtern“ waren. Anfang des Jahrhunderts hatte Pascin in München mit Purrmann, Slevogt und Kandinsky mit expressionistischem Überschwang die bayerische Gasthausgemütlichkeit durcheinander gebracht. Später in Paris wusste man, wenn man dem Comic von Joann Sfar Glauben schenken will, immer, wo man Pascin finden konnte:

"Entweder in seinem Atelier oder einem Bordell."

Samstag, 7. Oktober 2017

Johanna Schopenhauer: Vergebliche Suche nach der Reinlichkeit des Südens

Das ist nun wirklich mal ein durchgezogener roter Faden. Johanna Schopenhauer, die 1766 geborene Tochter aus einer groß- und bildungsbürgerlichen Danziger Handelsfamilie und vom Vater gegen
Klementine des 18. Jahrhunderts
ihren Willen an einen noch reicheren Handelsherren verheiratet, war, nicht nur in Südfrankreich, immer auf der Suche nach sauberen Gassen, Plätzen und Hotels und hat das in ihren damals hochgeschätzten Reiseveröffentlichungen, etwa den "Promenaden unter südlicher Sonne" auch penibel dokumentiert.

In Montauban, im „Hotel des Ambassadeurs“, nahm Johanna Schopenhauer Anstoß an der Möblierung. Vorhänge, Stühle und das Bettgestell sahen aus, als stammten sie aus einem in der Französischen Revolution zerstörten und ausgeraubten Schloß. Auch ekelte sie sich vor der fleckigen Bettwäsche.
„Die Flecken waren vielleicht Blut der in diesen Betten Ermordeten.“
In Toulouse war alles noch viel schlimmer:
„Der dem Lande eigene Haß gegen alle Ordnung und Reinlichkeit scheint in dieser Stadt aufs höchste gestiegen.“
Auch Carcassonne fand ihre Gnade nicht:
“Des so notwendigen Schattens wegen baute man hier die Häuser so nahe einander gegenüber, aber die Luft wird dadurch dumpf, drückend und der gänzliche Mangel der Reinlichkeit umso empfindlicher.“
Und auch nicht Montpellier:
Place de la Comédie
„Da wir bisher auf fast allen Flaschen mit wohlriechendem Wasser immer Montpellier gelesen hatten, so glaubten wir in unserer Einfalt, die ganze Stadt müsse wie der Laden eines Parfümeurs riechen. Wir fanden aber leider hiervon das Gegenteil. Von der hier herrschenden Unreinlichkeit ist es unmöglich, sich einen Begriff zu machen; das Auge wird ebenso beleidigt als die Nase.“ 
Ähnlich wenig gefielen ihr Avignon und Aix-en-Provence, jedenfalls abseits der stattlichen Bürgerhäuser und Brunnen auf dem Cours.
Stolpern über Cézanne
„Der übrige Teil von Aix ist winkelig und dunkel, und die darin vorherrschende Unreinlichkeit übersteigt allen Glauben. Die ganze Stadt hat etwas unordentliches, wir möchten sagen Unheimliches.“
Einmal immerhin hatte sie Glück. Im Gasthaus „A la Belle Suédoise“ in Saint Cannat. Trotz des verblichenen Wirtshausschildes ließ Johanna Schopenhauer anhalten.
„Wir stiegen aus, und auch das Innere des Hauses war zwar ärmlich, aber von einer Reinlichkeit, die wir in diesem Lande zu finden längst nicht mehr erwarteten.“
Die „schöne Schwedin“ stammte aus Stralsund – einst Schwedisch-Pommern - , hatte sich im Siebenjährigen Krieg in einen französischen Soldaten verliebt. Sie war ihm bis hierher, in die Nähe von Aix-en-Provence, gefolgt und freute sich, mit weit über achtzig Jahren inzwischen, wieder einmal deutsch sprechen zu können.

Und dann stieß sie gegen Ende ihrer Reise auf eine besonders saubere Stadt - ausgerechnet Marseille.
„Diese Reinlichkeit fiel uns besonders auf, und die schöne zierliche Stadt, in welcher sogar die Fenster zuweilen gewaschen werden, gefiel uns umso besser, je länger wir die Freude entbehrt hatten, alles um uns her sauber zu sehen.“ 
Grund dafür waren die Steinplatten auf den Bürgersteigen und die zahlreichen schmalen Rinnen, durch die im Hochsommer noch das Wasser strömte. Selbst Damen in weißen Schuhen könnten hier zu Fuß gehen. Eine Polizei, die streng auf Einhaltung der Sauberkeits-Vorschriften achte und die nächtliche Straßenbeleuchtung taten ein übriges.
 

Schloss und "griechischer Tempel" zwischen Pont du Gard und Uzès

Verwunschener Ort ein paar Meter neben der Straße
Die Platanen stehen nur noch auf einer Seite der Straße zwischen Remoulins und Uzès und das leider auf der falschen, nämlich der nach Norden gerichteten, spenden also dann, wenn sie es sollten, keinen Schatten. Manch einem huscht auf dieser Straße auf der Höhe von Argilliers ein romanisches Portal mit einigen so gar nicht dazu passenden Säulen durch den Rückspiegel. Wenn Sie das Gespür durchzuckt, hier etwas versäumen, dann fahren Sie gerade die nächste Straße rechts nach Argilliers rein, am Friedhof vorbei und dann rechts in den Chemin du Baron de Castille hinein.

Der Asphalt hört nach ein paar Metern auf und soweit es nicht gerade geregnet hat, bereitet der Fußweg durch die Weinberge keine Probleme. Plötzlich sehen Sie linker Hand eine halbkreisförmige gut erhaltene Kolonnade; der zweite Halbkreis ist den Zeitläuften zum Opfer gefallen, die Sockel sind teilweise noch zu erkennen. Andere sind, wie die umgestürzten Säulen auch, vom Efeu umwuchert.


Das Château de Castille in Uzes
Als der Baron de Castille sich kurz vor der Französischen Revolution dieses Schlößchen erbaute und dabei der zeitgängigen Italien-Sehnsucht nachgab, konnte er noch nicht ahnen, daß ihm dieses Refugium nur kurz vergönnt sein würde. Als Gabriel Joseph de Froment d’Argilliers kam er 1747 in Uzès zur Welt. Mit seiner Hochzeit mit Hermine Aline Dorothée de Rohan heiratete er später klug in eine der einflußreichsten Familien Frankreichs. Etwas mehr über die Geschichte der Familie finden Sie MIT DIESEM LINK . Das noch heute nach ihm benannte Stadtpalais in Uzès zeigt seine Vorliebe für Säulenvorbauten ebenso wie der Pavillon Racine auf der Rückseite des heutigen Gerichtsgebäudes und früherem Bischofssitz.

Das Schloß von Argilliers befindet sich heute in einem ordentlichen Zustand, was wesentlich zwei englischen Kunsthistorikern, darunter dem exzentrischen Douglas Cooper zu verdanken ist. Er hatte es Mitte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts erworben und stilgerecht restauriert. Seine Einwohnerzahl hat der Ort seit jener Zeit vervierfacht, von 50 auf 200. Zu besichtigen ist das Schloß selbst nicht, es sei denn, Sie möchten es kaufen; unten mehr. Aber schon der Garten, der Säulengang und der auf der anderen Straßenseite hinter einer nur nach vorne abschirmenden Mauer befindliche Friedhof mit einem Tempel, der eine kurzbeinige Akropolis assoziiert, versetzen uns in eine ganz andere Zeit.

Die Liebe zur Antike auf dem Friedhof des Château d'Agilliers
Schnell von dort zurück geholt werden Sie allerdings, wenn Sie das direkt danebenliegende Antiquitäten- und Kuriositätenkabinet von Michèle und Jean-François Calame-Lelièvre betreten, sich zunächst von der Angebotsvielfalt verzaubern lassen und dann den Fehler machen, nach einem Preis zu fragen. Jean-François vom „Sabot Rouge“, dem roten Schnabelschuh, weiß sie in der Regel nicht und fragt seine Frau und dann ist es meist doppelt so teuer, wie Sie in Ihren schlimmsten Ahnungen erwartet hatten.

Fundgrube für einen überteuerten Einkauf
Also lieber sonntags auf den Flohmarkt in Uzès, gleich bei der Stadteinfahrt am Rugbystadion. Hier kauft Monsieur Calame die Dinge, die Sie ihm später abkaufen sollen, zu einem Zehntel des Preises ein, den Madame dann festsetzt; manchmal ist es auch ein Zwanzigstel.

Schloss mit Picasso-Fresken zwischen Pont du Gard und Uzes zu verkaufen
Keine Flohmarktpreise werden seit Februar 2016 von Sotheby's für das Schloss aufgerufen. Dennoch sind die 8,9 Millionen Euro, die es inklusive der großformatigen Picasso-Fresken kosten soll, sicher nicht überzogen. Noch weitere Wandgemälde aus der Sammlung Coopers sind im Schloss vorhanden. Die 560 Quadratmeter Wohnfläche und den zwei Hektar großen Park gibt es zur Kunst dazu. Und viel wilde Geschichten von und über Cooper, von denen sich einige schon in Wikipedia finden. Viel mehr aber in John Richardson Buch The Sorcerer's Apprentice: Picasso, Provence and Douglas Cooper, das 1999 bei University of Chicago Press erschienen ist. Wie er viel Geld gewonnen und verloren hat, als französischer Spion in England verhaftet wurde und sich mit Picasso über den Verkauf des Schlosses stritt; hergegeben hat er es damals nicht.

Freitag, 29. September 2017

Sanary: Thomas Mann und Lion Feuchtwanger als "Clan-Chefs"


Zwei „Haupt-Clans“ hat es in Sanary-sur-Mer, dem Örtchen, das für ein paar Jahre die "Hauptstadt der deutschen Literatur" geworden war, wie Ludwig Marcuse sich in seinem Buch "Mein zwanzigstes Jahrhundert" erinnerte, gegeben.
„Der eine, die Haute Culture, drehte sich um Thomas Mann, um den Zauberer, wie seine Kinder ihn nannten. Der andere wurde von Lion Feuchtwanger beherrscht. Komischerweise waren es kommunistische Neigungen und oder finanzieller Erfolg, die Feuchtwanger und seine Satelliten zusammenhielten.“
Nicht feindlich, viel schlimmer, gönnerhaft und überheblich ging es
Ziemlich beste Feinde: Feuchtwanger und Thomas Mann
zwischen den Lagern Feuchtwanger und Mann zu. Während Mann und Feuchtwanger später in Hollywood , wie Hermann Kesten meinte, „gut Freund“ miteinander waren, war dies in Sanary noch anders. Den
„kleinen Meister“
nannte Thomas Mann seinen Kollegen herablassend. Eleganten Abstand zu seinem Bruder fanden Heinrich Mann und seine Frau Nelly Kröger. Heinrich hätte den auch viel besser in den Kreis von Brecht und Feuchtwanger gehört und sicher wäre er kreativ dabei gewesen, als die beiden das "Kommunistische Manifest" in einer einzigen Nacht in Gedichtform brachten.
 Und nur, wenn man gemeinsam über die Briten herzog, bestand ein Grundkonsens zwischen den Gruppen, und das
„mit einem Hochmut, der eines de Gaulle würdig gewesen wäre“.
Dieser kleine gemeinsame Nenner wurde regelmäßig im Vorgarten des Amerikaners Seabrook überprüft und erneuert. Nur ihm gelang es, sie alle auf sein neutrales Gelände einzuladen:
Die haute volée des deutschen Geistes mit seinen Geistinnen. Die Herren im Besten, was sie hatten, die Damen sogar mit Hütchen, aus längst verblühten Tagen.“
Nur Seabrook fiel mit Badeschlappen, alten Fischerhosen und blankem Oberkörper erwartungsgemäß aus der Rolle.

Im Alter hatte sich die anerkennende Abneigung zwischen Thomas Mann und Feuchtwanger gelegt und war respektvollen Seitenhieben gewichen. Sogar noch in der Festschrift zu Feuchtwangers 70stem Geburtstag stellte Mann nicht den Schriftsteller in den Vordergrund.
„Ein Lebenskünstler, behaglich in der Arbeitsamkeit“, wisse der „Lion seinem harten Fleiß überall die angenehmsten Bedingungen zu sichern“.


 

Samstag, 23. September 2017

Sanilhac: Die Einsiedelei des Veredemus und die Grotte de la Baume

Pilgerziel seit mehr als eintausend Jahren: Grotte und Kapelle von Saint Vérédème

Wer wirklich sehen will, wie ein Einsiedler im achten Jahrhundert in den Schluchten des Gardon gelebt hat, der braucht heute vor allem eines: Eine Taschenlampe. Denn ohne haben Sie den Weg - je nach Kondition 
immerhin zwischen zwei und drei Stunden - umsonst gemacht; die mehr als 150 Meter tief in den Fels gehende Grotte liegt nach gut zwanzig Metern vollständig im Dunkeln. Veredemus hat sie zwar genutzt, aber nicht gegraben. Schon in der Altsteinzeit war sie bewohnt und lange später auch noch, wie Keramikfunde beweisen, die sich im Museum in Nîmes befinden.

Ordentliche Schuhe für die teilweise in den Fels gehauene Steigungen und mindestens ein Liter Wasser sollten ebenfalls zur Ausrüstung gehören. Kurz vor der Grotte befindet sich die einfache Kapelle, die Vérédème errichtete und die zu den ältesten christlichen Gebäuden des Languedoc gehört.

Mit viel Freude und viel Wissen:
Pauline Bernard, mit Schlüsselgewalt, und Cyril Soustelle
Natürlich kann man die Wanderung auf eigene Faust unternehmen und folgt dann einfach den gelben Kennzeichnungen. Wenn man aber das Glück hat mit Pauline Bernard und Cyril Soustelle unterwegs zu sein, wird es ein ganz besonderer Tag. Sie ist die Conservatrice der Reserve Naturelle Gorges du Gardon, er, im Dorf geboren, arbeitet dort als Ranger; beide haben auf jede Frage ein Antwort und kennen jeden, dem wir unterwegs begegnen.

Wir beginnen die Tour mit einem kurzen Rundgang durch Sanilhac. Schon sind zwei Stunden vorbei, denn da ein längeres Schwätzchen, hier ein kurzer Händedruck, dort drei Küsse links, rechts, links und dann noch kurz zum Bäcker zum Einkaufen der Marschverpflegung und natürlich viele Informationen über heutige und ehemalige Bewohner. Alle haben Zeit.

Literarisch hat der Ort immerhin Albert Roux zu bieten, einen Felibre Sanilhacois, der Landwirt war und Dichter in okzitanischer Sprache wurde.


Ein wenig roch Albert Roux immer nach Petroleum
Seinen langen Bart hat er sich gegen die kleinen Kribbeltierchen alle zwei Tage mit Petroleum eingerieben, was darauf hindeutet, daß er kaum verheiratet gewesen sein kann. Also hatte er viel Zeit, lange Spaziergänge zu machen, dem Dorf die Flurnamen zu geben, die bis heute gelten und sich auch noch archäologisch zu betätigen.

Ein paar Schritte weiter kommen wir am Schloß vorbei. Es soll verkauft werden, wie andere Häuser im Ort auch. Die Nähe zu Uzès hat die Preise ins Astronomische wachsen lassen. Und kaum einer der Engländer oder Schweizer, die hier gekauft haben, weiß, daß sich einige der aus bröseligem Sandstein gebauten Häuser langsam regelrecht auflösen. Sie wundern sich, daß in den Gewölben im Erdgeschoß jeden Morgen der Boden gefegt werden muß und daß Fenstersimse einfach abbrechen. Ein Spaziergang mit Cyril hätte vorher Klarheit geschaffen.

Pauline Bernard hat die Schlüssel dabei. So kommen wir in die Kirche des Heiligen Laurent, dessen Statue links neben dem Altar steht.
Veredemus (re) und Laurent in der Saint-Laurent-Kirche in Sanilhac
Gleichberechtigt gegenüber steht Saint Vérédème, - Veredemus, wie er bei uns heißt - in einer nicht ganz zeitgemäßen Franziskanerkutte und einem Totenschädel in der rechten Hand.

Um das Jahr 700 ist er aus Griechenland nach Südfrankreich gekommen, die Rhone und den Gardon hinauf gefahren und in Sanilhac an Land gegangen. Er war vielbesuchter Einsiedler und hatte in kurzer Zeit, auch durch Wunderheilungen, einen Ruf erlangt, daß er zum Bischof von Avignon ernannt wurde. Aber auch in dieser Funktion hat er sich immer wieder längere Auszeiten in seiner Grotte de la Baume genommen.

Fast eintausendzweihundert Jahre haben die Bewohner der Region mit ihm gelebt und ihn in einer jährlichen Prozession zu seiner Grotte um Regen angefleht. Seit 1962 tun sie das nicht mehr. Die zu trockenen Jahre mehren sich; natürlich nicht deswegen, aber so ein Jahr wie 2017 ohne Regen seit März, Waldbränden und einer um ein Drittel geringeren Traubenernte und entsprechenden Verdienstausfällen möchte hier niemand wieder haben. Im Dorf spricht man schon davon, die Fürbitten an Veredemus wieder aufleben zu lassen. Auch die Schafhirten der Crau verehrten Vérédème als ihren Schutzheiligen.Dort regnet es noch weniger.

La Baume gibt es gleich zweimal in Sanilhac, natürlich Grotte, die wir gerade besucht haben, dann aber auch das gleichnamige Restaurant. Der Besuch von beiden ist empfehlenswert.



Allerdings ist die Reihenfolge der Besuche vorgegeben. Wer gegen elf Uhr dreißig einen Blick auf das Tagesmenue wirft und dann zu dem Schluß kommt, die halbe Stunde bis Mittag könne doch gut mit einem Apéro überbrückt werden, der hat schon verloren.

Man sitzt unter Olivenbäumen, an der Lavendelhecke und blickt über die Weinberge zum Mont Ventoux. Mehr Provence geht nicht. Und wenn nach dem Essen die Flasche Wein noch nicht ausgetrunken ist, ist man geneigt, den Nachmittag hier ausklingen zu lassen. Oder man ist besonders willensstark. So jemanden hat der Chef de Cuisine, eine besonders stattliche Koch-Erscheinung, aber noch nicht kennen gelernt. Und wir wollten seinen Erfahrungsschatz nicht widerlegen.

Stoff für nachmittägliche Gespräche gibt es zuhauf. Warum wir wieder die letzten im Restaurant sind und warum der Schmetterling die Sahnesoße des wunderbar rosé geratenen Bratens bevorzugt, statt der Sahne des Nachtischs und warum die Katze auf dem Nachbartisch nur herüber schaut, aber nicht bettelnd um unsere Beine streicht. Wenn das erst einmal alles geklärt ist, bliebe immer noch Zeit genug, die Wanderung nicht anzutreten.

Die Straße übrigens, die nicht weit von Sanilhac ins Gardontal führt, mag älteren Kinobesuchern bekannt vorkommen. Hier fuhr 1952 Yves Montand den mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in „Lohn der Angst“.